Freigehege

Ein Freigehege sollte den besten Platz im Garten einnehmen. Die Morgen- und Mittagssonne ist hier eines der wichtigsten Vorraussetzungen. Je länger der Platz von der Sonne verwöhnt wird umso besser.

Das sollte nicht nur im Hochsommer möglich sein, so dass eine rechtzeitige Überführung ins Freigehege möglich ist. Am besten ist, dass man an einem sonnigen Frühlingsmorgen einfach mal schaut, wo es im Garten am besten ist.

April 2003 8h Morgens etwa ein drittel ist schon in der Sonne

Natürlich müssen auch Schattenplätze und reichlich Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Ein Hügel aus lockerem Boden mit Sand vermischt, wird gerne als Sonnenplatz und später als Legehügel angenommen. Dieser sollte unbewachsen sein und bleiben.

Ein paar Kräuter im Umfeld des Legehügels machen sich gut und vertragen auch je nach Auswahl die volle Sonne. Bei den Pflanzen im Gehege sollte man dringend auf Giftpflanzen verzichten. Hierzu gibt es einige gute Informationen auf anderen Seiten, die auch über Futterpflanzen informieren.

Im Bezug auf die Einfriedung, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hierzu sollte man ein paar Dinge beachten, die einen möglichen Ausbruch verhindern. Bei testudo hermanni boettgeri mindestens 30 cm tief eingraben besser 50 cm. Höhe mindestens 40-50 cm je nach Material auch höher. Was man bei dem Bild nicht erkennt ist, dass auf der Innenseite glattes Blech davor eingegraben ist. sonst könnten die Tiere in den Zwischenräumen hochklettern.

Ich bin ein Star ich will hier raus. Toni ohne Seil und doppelten Boden.

Das neue Freigehege

Bitte keine alten Eisenbahnschwellen oder Telegrafenmasten nehmen. Diese sind mit giftigen Holzschutzmitteln durchtränkt. Die Baumstämme haben jedoch eine sehr begrenzte Haltbarkeit und somit ist unser Gehege mittlerweile aus alten Feldbrandsteinen und Terrassenhartholz gebaut.

Ansonsten ist das Freigehege so angelegt, dass die Tiere viel klettern können und auf dem höchsten Punkt den gesamten Garten im Blick haben. Klettern ist sehr wichtig für unsere testudo hermanni boettgeri damit im Gehege keine Langeweile aufkommt und die Krallen auf natürliche weise abgewetzt werden. Futterpflanzen einzupflanzen habe ich nach mehreren Versuchen schließlich aufgegeben.

So fressen unsere Tiere in den warmen Monaten täglich zwei bis drei Einkaufstüten voll mit Wildkräutern (siehe Futter). Durch die umher fliegenden Samen die bei der Futtergabe anfallen, sähen sich im Frühjahr Wegerich und Löwenzahn selber aus. Sobald unsere Tiere aus der Winterruhe kommen, hat sich diese natürliche Futterquelle jedoch schnell erledigt.

testudo hermanni boettgeri Weibchen beim klettern

Für die kleinen Schildkröten sollte das Platzangebot im Außengelände deutlich verkleinert werden. hier reichen ca. zwei m² Grundfläche und ein Schutzhaus, was mit Draht gegen Fressfeinde geschützt ist. Der Boden sollte auch gegen Ratten und Mäuse durch einen stabilen Draht geschützt werden.

Freigehege für Nachzuchten

Freigehege für den Sommer
Schutzhaus mit kleinem Freigehege

Das Freigehege stammt von einem Schildkrötenkäufer, der mir netterweise das Bild zur Verfügung gestellt hat. Das Schutzhaus ist in der Mitte geteilt, so dass die großen Tiere von der linken Seite aus dem Gehege hineinkommen und die kleinen Tiere von der rechten Seite aus dem Minigehege hineingelangen.

Sollten sich die kleinen testudo hermanni boettgeri mal vergraben, ist es trotz der übersichtlichen Größe schwierig genug sie zu finden. Oft haben wir gedacht, die kleinen sind ausgebrochen, doch spätestens 1 Tag später waren alle wieder da. Auf gar keinen Fall kopflos mit Gegenständen wie Schüppe oder anderen schweren Geräten graben. Nur mit den Händen suchen da die Verletzungsgefahr für die Schildkröten viel zu groß ist.